Laminatböden sind modern, widerstandsfähig und dank praktischer Klick-Systeme leicht zu verlegen,. Die Laminatdielen sehen Holz täuschend ähnlich, sind jedoch preiswerter als das Materialvorbild. Doch gerade bei intensiver Nutzung lassen sich Gebrauchsspuren nicht vermeiden. Kratzer, Löcher und Dellen entstehen schnell und stören die Optik. Wir zeigen dir, wie du dein Laminat wieder in Form bringen kannst. 

WERKZEUG

  • Öl (zum Beispiel Oliven- oder Babyöl)
  • Wischer
  • Tücher
  • Wachsstangen (in den verschiedensten Farben erhältlich)
  • Hobel
  • Schleifpapier
  • Paste
  • Spachtel oder Tapezierklinge
  • Schwamm

Laminat ausbessern: Die verschiedenen Methoden erklärt

Kann man Laminat reparieren? Das fragen sich viele, wenn sich der eine oder andere Kratzer auf den Dielen zeigt. Die gute Nachricht: Du kannst deinen Laminatboden mit wenig Aufwand von Löchern, Kratzern und Dellen befreien. In der Tat ist das Reparieren von Laminat weitaus einfacher als beispielweise das Ausbessern von Fliesen. Welche Methode für dein Laminat die passende ist, hängt von den bestehenden Schäden ab.

Fenster und Türen abkleben

Im ersten Schritt klebst du alle Fenster und Türen inklusive der Rahmen ab. Dadurch verhinderst du Putz- und Farbspritzer, die du mühsam entfernen müsstest. Denk auch daran, die Dachrinnen zu reparieren, falls es nötig ist.

Kleine Kratzer im Laminatboden reparieren

Eigentlich ist Laminat robust, doch beim Möbelrücken, wenn dir mal etwas Schweres herunterfällt oder auch durch die Krallen von Haustieren können mit der Zeit kleinere oder größere Macken entstehen. Zum Glück lassen sich diese schnell und einfach ausbessern.


Zunächst wischst du den Boden – Wasser reicht vollkommen aus. Warte, bis die Laminatoberfläche komplett getrocknet ist. Nun träufelst du ein paar Tropfen Öl auf ein Tuch und behandelst die Kratzer: Reibe immer wieder mit dem geölten Tuch darüber. Anschließend nimmst du ein sauberes Tuch und entfernst das überschüssige Öl vom Boden. Das ist wichtig, damit das Laminat nicht rutschig wird. Das war’s. So verfährst du einfach bei allen kleinen Kratzern, die dir auffallen. Hinweis: Diese Methode funktioniert wirklich nur bei oberflächlichen Kratzern.

Tiefe Kratzer und Löcher im Laminat reparieren

Wenn du größere Schäden im Laminat ausbessern willst, braucht es dazu schon etwas mehr als Öl. Im Handel findest du Reparatursets, die speziell für Laminat entwickelt wurden.


Laminat zu reparieren ist mit Wachs ganz unkompliziert: Zunächst erwärmst du das Wachs, sodass es flüssig wird. Dann lässt du die flüssige Masse vorsichtig in die tiefen Kratzer oder Löcher tropfen, bis die beschädigte Stelle gut ausgefüllt ist. Hinweis: Die Oberfläche von Laminatböden besteht aus einer Laminierung. Auf dieser findet das Wachs jedoch keinen Halt. Aus diesem Grund eignen sich die Reparatursets nur für Schäden, bei denen die Laminierung auch beschädigt ist. Wenn du die kaputte Stelle aufgefüllt hast, kommt der Hobel zum Einsatz. Mit diesem entfernst du das überschüssige Wachs – achte darauf, dass keine Unebenheiten mehr vorhanden sind. Das Vorgehen ist ähnlich wie beim Ausbessern von Rissen in der Wand. Jetzt muss das Wachs nur noch gut durchtrocknen, aushärten – und fertig ist die Reparatur. Wie lange das Trocknen und Aushärten dauert, ist auf der Verpackung angegeben. Sind doch noch kleine Erhebungen übrig geblieben? Dann kannst du diese vorsichtig mit dem Schleifpapier ausbessern.


Um Laminat auszubessern, sind auch bestimmte Pasten geeignet – auch diese bekommst du für jedes Dekor.
Zunächst tränkst du den Schwamm mit klarem Wasser und feuchtest die kaputte Stelle an. Dann greifst du zu der Paste und füllst mit dieser das Loch oder den Kratzer auf. Wie auch beim Wachs hält die Paste nicht, wenn die Laminierung noch intakt ist. Mit dem Spachtel oder der Klinge ziehst du die überschüssige Paste ab, sodass alles eben ist. Dann einfach trocknen und aushärten lassen.

Laminat reparieren: Tipp bei Dellen

Wenn du Dellen im Laminat reparieren willst, ist noch ein weiterer Arbeitsschritt notwendig: Anders als bei Löchern ist das Laminat bei Dellen eingedrückt – ohne dass die Laminierung beschädigt ist. Damit Paste oder Wachs ihren Zweck erfüllen können, musst du die Laminierung hier zuerst abkratzen. Das gelingt am besten mit einem scharfen Messer. Anschließend kannst du wie oben beschrieben fortfahren.

Aufgequollenes Laminat reparieren: So geht’s

Wenn du beispielsweise nach einem Wasserschaden Laminat reparieren willst, geht dies leider nicht so einfach wie bei Löchern, Kratzern und Dellen. Denn unter der Laminierung besteht Laminat aus einer Art Fotopapier, das für den Holz-Look sorgt. Laminatboden, der aufgequollen ist, lässt sich also nicht mit Sets oder Hausmitteln wieder ausbessern. Es bleibt dir nichts anderes übrig, als die betroffenen Bretter auszutauschen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, von Anfang an ein paar Dielen mehr zu kaufen (wenn man selbst verlegt), da man dann einige als Reserve parat hat. Wenn du den Laminatboden nicht selbst verlegt hast, kannst du versuchen, die Dielen nachzubestellen. Wenn auch dies nicht mehr machbar ist, gibt es trotzdem einen Trick, den du vielleicht anwenden kannst: Du könntest nämlich einfach einzelne Dielen an nicht sichtbaren Stellen entfernen – zum Beispiel unter einem großen Schrank oder unter dem Bett – und mit diesen dann die beschädigten Dielen ersetzen. Diese Option ist nicht optimal, doch für viele immer noch charmanter, als den gesamten Boden zu erneuern.

Nun weißt du, wie du dein Laminat am besten reparierst. Wenn du dir unsicher bist, welche Methode die richtige ist, mache am besten ein paar Fotos von dem Schaden und lasse dich in einem Baumarkt vom Fachmann beraten.

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