Decke verputzen

Auch wenn das Verputzen von Decken eine anstrengende Arbeit ist, kann sie jeder mit etwas Einarbeitung selber ausführen und so eine Menge Geld sparen. Welche Putzarten sich dazu eignen, was deren spezifische Besonderheiten sind und wie Sie diese bestmöglich verarbeiten, erfahren Sie im Folgenden.

Mineralischer Putz für Decken

Mineralischer Putz ist eine beliebte Variante, weil er einfach zu verarbeiten ist und ein gesundes Raumklima schafft. Mineralischer Innenputz hat in der Baugeschichte eine lange Tradition und genießt seit Kurzem wieder eine Hochkonjunktur. Der Putz besteht zu großen Anteilen aus Sand; hinzugefügt werden lediglich ein mineralisches Bindemittel und organische Hilfsstoffe. Bei der Verarbeitung ist auf einen passenden Untergrund zu achten, damit der Putz gegen die Schwerkraft hält und gleichmäßig verteilt werden kann.

Mineralischer Fertigputz innen – Werkzeuge und Putzformen

Viele im Baumarkt oder im Baufachhandel erhältliche Putze für den Innenbereich sind bereits in optimalen Mengenverhältnissen erhältlich, sodass lediglich Wasser hinzugegeben werden muss, um den Putz streichbar zu machen. Die Putze sind je nach Bedarf als Sackware oder in Big Bags für größere Mengen erhältlich. Für die Verarbeitung benötigen Sie:

  • Rührgerät oder Quirl für die Bohrmaschine
  • Eimer
  • Reibebrett
  • Spachtel
  • Kelle und Glättkelle
  • Wasserwaage
  • Abziehbrett
  • Pinsel
  • Drucksprühgerät

Ein mineralischer Putz kann neben Sand die folgenden Stoffe bzw. Bindemittel enthalten: Kalk, Lehm, Zement, Ton oder Schamottemehl. Will man ökologisch bauen, sind Lehmputze oder Kalkputze die erste Wahl. Gerade Kalk ist an Decken sehr beliebt, weil Kalkputze einen hohen pH-Wert aufweisen. Genau wie Lehm wirkt Kalk effektiv gegen Feuchtigkeit oder Anstauungen von Gerüchen. Schadstoffe werden vom Putz gebunden.

Verarbeitung

Mineralischen Putz innen zu verarbeiten, ist zwar mit einem hohen Aufwand verbunden, dafür vom Arbeitsprozess her denkbar einfach. Das Wichtigste ist die Schaffung eines saug- und tragfähigen Untergrunds. Hier kann man auf eine Grundierung zurückgreifen. Besser ist es aber, den Putz direkt auf den Untergrund aufzutragen. Das heißt, dieser sollte den Putz allein durch seine Beschaffenheit tragen können.

Hierfür können Sie sog. Putzträger nutzen: Heraklithplatten sind als Deckenputzträger gut geeignet, um mineralische Putze aufzunehmen; ebenso Holzwolle-Leichtbauplatten oder Holzfaserdämmplatten, die v. a. im Lehmbau genutzt werden. Der Untergrund muss zunächst befeuchtet werden. Danach trägt man die erste Putzschicht mittels Kelle auf, zieht sie weitgehend glatt, lässt sie antrocknen, um dann die zweite Putzschicht aufzutragen. Diese wird ebenfalls geglättet bzw. verrieben, um dann einen Feinputz aufzutragen.

Tipp zu Glattputz innen: Glattputze sind vor allem Kalk- oder Lehmputze, die langsam abbinden. Sie werden mit einer Glättkelle aufgetragen. Wenn Sie sich für Kalk- oder Lehmputze entscheiden, werden Sie also immer Glattputze erhalten. Diese sind einfacher zu verarbeiten als Reibeputze, die mit einem Reibebrett geglättet oder strukturiert werden, was gerade an Decken schwierig ist. Lassen Sie sich von den verschiedenen Begriffen nicht in die Irre führen. Sie dienen lediglich dazu, die verschiedenen Putzarten nach bestimmten Mustern zu unterscheiden. Übliche Differenzierungen sind nach …

… Bindemitteln (organisch, anorganisch, mineralisch).
… Zuschlagstoffen (Kies, Tierhaar, Stroh, Sand etc.).
… Putzstärke (Spritzputz, Unterputz, Oberputz, Feinputz u. a.).
… Putzbestandteilen (Kalkputz, Lehmputz, Zementputz, Gipsputz etc.).
… Oberflächengestaltung (Rauputz, Kratzputz, Strukturputz, Schlämmputz etc.).
… Putztechnik (Reibeputz, Glattputz, Filzputz, Streichputz etc.).
… Funktion (Edelputz, Dämmputz u. a.).

Decke verputzen mit einem Dekorputz

In den eigenen vier Wänden möchten Sie sich wohlfühlen! Einen entscheiden Beitrag dazu leistet auch die Gestaltung der Decke. Mit einem Innen-Dekorputz verleihen Sie Ihrer Decke zusätzlichen Charme und Ihrem Zuhause ein Stück Individualität.

Welche Arten von Dekorputz gibt es?

So verschieden wie die Geschmäcker, sind auch die Arten von Dekorputz – und auch Sie finden zwischen den dünnschichtigen und dickschichtigen Edelputzen garantiert genau den zu Ihrem Geschmack passenden weißen oder farbigen Dekorputz.

Dünnschichtige Edelputze: Wie der Name schon vermuten lässt, weisen dünnschichtig Edelputze eine geringere Schichtdicke auf, in der Regel 2 bis 5 Millimeter, entsprechend der jeweiligen Korngröße des Strukturkorns. Zu diesen Edelputzen zählen der beliebte Münchner Rauputz, der Scheibenputz, Rillenputz sowie Reibeputz.

Dickschichtige Edelputze: Die Putzschicht dickschichtiger Edelputze liegt zwischen 10 bis 15 Millimetern und ist damit dicker als die Korngröße. Zu den Dickschichtputzen gehören Edelkratzputz, Modellierputz, Kellenwurfputz und Filzputz.

Einsatzbereiche für Edelputz und Innenputz-Kosten

Edelputz für die Decke kann in allen Wohnräumen und da es sich um 100% mineralische Baustoffe handelt auch zum Bad verputzen sowie als wasserdichter Putz für die Dusche eingesetzt werden. Der hohe Kalkgehalt macht den Edelputz zu einem natürlichen Feuchtepuffer, welcher auch flüssiges Wasser bis zu einer gewissen Menge aufnehmen sowie zwischenspeichern kann. Da dieser kalkhaltige Putz ebenso einen hohen pH-Wert aufweist, besteht eine hohe Unempfindlichkeit gegenüber Schimmelbefall.

Je nachdem, ob im Rahmen einer Renovierung nur ein neuer Oberputz aufgetragen werden muss oder ob wie beim Neubau auch das Auftragen von einem Unterputz erforderlich ist, variieren die Kosten für den Innenputz. Wenn Sie beim Verputzen bereits Erfahrung haben und selbst Hand anlegen, können Sie aber in jedem Fall einen großen Teil der Handwerkerleistungen einsparen. So fallen bei Eigenleistung für einen Edel-Oberputz beispielsweise ca. 3 - 8 Euro pro Quadratmeter an Materialkosten an.

Wie das Verputzen der Decke mit Dekorputz gelingt

Damit der Dekorputz an der Decke gelingt, sind neben verschiedenen Materialien vier entscheidende Schritte notwendig. Die ersten drei Schritte „Untergrund vorbereiten“, „Putz anrühren“ und „Putz aufziehen“ unterscheiden sich nicht von dem Verputzen mit normalem Putz. Erst der vierte Arbeitsschritt „individuell gestalten“ macht den Unterschied:
Jeder Dekorputz weist bereits eine gewisse Struktur auf. Mit verschiedenen Werkzeugen je nach Art des Dekorputzes, wie Streichrolle, Reibebrett oder Kelle, bieten Ihnen die Edelputze eine Vielfalt an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten.

Gipsputz: Eine gute Alternative zum herkömmlichen Mörtel und Beton

Gipsputz erfreut sich bei Neubauten einer ebenso großen Beliebtheit wie bei der Sanierung von Bestandsbauten. Dazu tragen mehrere Vorteile bei. Sie können diesen Putz schleifen, bis er komplett eben ist. Das heißt, damit können Unebenheiten der Decke besonders gut beseitigt werden. Danach können Sie den Gipsputz streichen oder mit Tapeten bekleben. Die Zimmerdecke kann sogar zur optischen Erweiterung des Raums mit einer Fototapete dekoriert werden, wenn Sie den Gipsputz schleifen.

Gipsmischungen sind außerdem beliebig formbar. Wenn Sie mit Gipsputz die Decke verputzen, können Sie beispielsweise auch eine Stuckdecke nachbilden oder Sie vor dem Austrocknen mit Rollen nach dem Vorbild von Kratzputz strukturieren. Die Übergänge von der Decke zu den Wänden müssen nicht den typischen 90-Grad-Winkel aufweisen, sondern können mit den Gipsmischungen auch gerundete Kehlen erhalten. Mörtelgips und Spachtelgips eignen sich zum Verputzen gerader Decken ebenso wie für Gewölbedecken.

Welche Unterschiede sollten Sie beim Gipsputz kennen?

Die einzelnen Arten von Baugips werden in der DIN V18550 definiert. Danach gibt es Gipsarten mit und ohne Zusatzstoffe. Stuckgips und Putzgips kommen ohne Zusatzstoffe aus. Der Unterschied liegt bei der Zeit, die für die Härtung benötigt wird. Sie ist bei Stuckgips deutlich kürzer als bei Putzgips. Eine verlängerte Zeit für die Verarbeitung können Sie durch Zusatzstoffe auch bei Fertigputzgips und Spachtelgips nutzen. Diese beiden Varianten eignen sich also besser für die Verarbeitung durch den Laien.

Außerdem unterscheidet sich das Gewicht von Gipsputz. Wenn Sie mit Stuckgips Ihre Decke verputzen, müssen sie nach der vollständigen Austrocknung mit einem Gewicht von 1.000 Kilogramm pro Kubikmeter rechnen. Maschinenputzgips ist mit 1.110 Kilogramm pro Kubikmeter sogar noch schwerer. Etwas leichter ist Fertigputzgips mit 950 Kilogramm pro Kubikmeter. Um keine nachteiligen Auswirkungen auf die Statik des Gebäudes zu riskieren, müssen Sie beim Verputzen also darauf achten, dass die Putzschicht möglichst dünn ist. Das setzt wiederum ein Mindestmaß an Erfahrung voraus, wenn Sie selbst beispielsweise als Eigenleistungen beim Neubau eines Eigenheims den Gipsputz schleifen möchten.