Innig geliebt von Heimwerkern und Bastlern: Die Heißklebepistole

Fixieren, dekorieren, abdichten: Heißleim ist ein Alleskönner unter den Klebstoffen, ideal für Heimwerker und Bastelkünstler. Wir haben zusammengefasst, was Sie mit einer Heißklebepistole alles tun können – und was besser nicht.

Was kann eine Heißklebepistole?

Wenn der Leimstift zu wenig Power hat und Nägel oder Schrauben unschön aussehen, schlägt die Stunde der Heißklebepistole. Sie fügt mittels Schmelzkleber allerlei Materialien günstig und lösungsmittelfrei zusammen: Holz, Keramik, Metall, Stoff oder auch Kastanien und sogar hitzeempfindliches Styropor. Heimwerker und Bastelkünstler schwören auf die Klebekraft des Heißleims, der sich perfekt für punktuelle Verbindungen eignet und auch noch nahezu unsichtbar ist.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Mit Heißkleber lassen sich tolle herbstliche Basteleien aus Kastanien und Eicheln oder Do-it-yourself-Adventskränze gestalten. Floristikelemente werden mit Schmelzkleber unsichtbar zusammengefügt. Haken halten an Fliesen, zerbrochene Keramik und Modellbau-Einzelteile werden (wieder) ein Ganzes und lose Leisten bleiben mit Heißkleber an Ort und Stelle. 

Wie funktioniert eine Heißklebepistole?

Heißklebepistolen gibt es in viele Formen und Farben. Das Prinzip aber ist universal und eine Heißklebepistole zu bedienen im Grunde nicht schwer. Die meisten sehen aus wie ein Akkuschrauber. An der Rückseite befindet sich eine Öffnung, in die ein Klebestick eingeführt wird. Eine Transportvorrichtung drückt den Stick nach innen. Bei einfachen Geräten muss selbst per Hand nachgeschoben werden. Ein Heizelement im Inneren erhitzt den Stick, bis er sich verflüssigt. Der flüssige Leim tritt vorn an der Düse aus und kann nun an der zu klebenden Stelle aufgebracht werden.

Keine klebrige Angelegenheit: Der Klebstoff

Heißklebepistolen werden mit sogenannten Klebesticks gefüttert. Im kalten Zustand sind sie nicht klebrig. Die meisten Heißklebepistolen arbeiten mit Sticks im Durchmesser von 7 oder 11 Millimetern, es gibt aber auch andere Formate. Dünne Sticks eigenen sich besser für präzises Arbeiten, während die breiteren Varianten den großflächigen Auftrag erleichtern.

Ist eine Stange aufgebraucht – üblicherweise sind die Sticks 100 bis 200 Millimeter lang, es gibt aber auch hier Unterschiede – wird einfach ein neuer in die rückseitige Öffnung der Pistole eingeführt. Profi-Tipp: Die Sticks lassen sich auch aneinanderkleben, sodass nicht ständig nachgelegt werden muss.

Ohne Lösungsmittel, ohne Rückstände

Heißkleber ist lösungsmittelfrei. Das bedeutet, es entstehen keine giftigen oder reizenden Dämpfe – ideal für das Basteln mit Kindern. Allerdings werden Klebstoff und Düse bis zu 200 Grad heiß, Vorsicht im Umgang ist trotzdem angebracht.

Tipp für farbenfrohe Anlässe: Heißkleber ist auch in bunten Farben und mit Glitzerpartikeln erhältlich.

Welche Materialen kann ich mit der Heißklebepistole kleben?

Prinzipiell lassen sich die meisten Werkstoffe in allen erdenklichen Winkeln und Kombinationen miteinander verleimen. Die zu klebende Fläche muss sauber, trocken, fett- und staubfrei sein. Glatte Materialen können gegebenenfalls aufgeraut werden, um die Haftkraft zu erhöhen.

Achten Sie bei hitzeempfindlichen Stoffen auf eine niedrige Klebetemperatur. Bei gut Wärme leitenden Stoffen wie Metall ist dagegen Hitze Trumpf. Einige Beispiele:

Plastik

Oberfläche: glatt

Leimtemparatur: alle

Tipp: 

  1. aufgeraute Oberflächen kleben besser
  2. der lösungsmittelfreie Kleber verhindert weggeätzte Stellen

Metall

Oberfläche: glatt

Leimtemparatur: hoch

Tipp:

  1. Material mit dem Fön anwärmen, damit der Kleber nicht zu schnell abkühlt

Keramik, Fliesen

Oberfläche: glatt

Leimtemparatur: hoch

Tipp:

  1. Kleber lässt sich durch nochmaliges Erhitzen rückstandsfrei entfernen

Styropor

Oberfläche: rau, hitzeempfindlich

Leimtemparatur: möglichst niedrig

Tipp:

  1. der lösungsmittelfreie Kleber verhindert weggeätzte Stellen
  2. nicht zu heiß kleben, sonst schmilzt das Material

Stoff

Oberfläche: fasrig

Leimtemparatur: alle

Tipp:

  1. Bereich mit Pappe abdecken, um Kleckser zu vermeiden 
  2. dicke Textilien verwenden, um Durchdrücken zu verhindern

Papier / Pappe

Oberfläche: glatt bis rau

Leimtemparatur: alle

Tipp:

  1. besonders bei dünnem Papier ist eine unempfindliche Unterlage empfehlenswert

Holz

Oberfläche: rau und fasrig

Leimtemparatur: alle

Tipp:

  1. Lackierte oder behandelte Stellen aufrauen

Tipp für die Inspiration: YouTube hält eine ganze Reihe an Videos bereit, wie und für was sich Heißkleber nutzen lässt.

Erste Hilfe bei Unfällen mit der Heißklebepistole

Wie der Name schon sagt, ist Heißkleber eine Angelegenheit, die mit Hitze einhergeht. Der Klebstoff wird bis zu 200 Grad heiß, auch die Düse erhitzt sich bei längerem Gebrauch. Nicht anfassen, es besteht Verbrennungsgefahr!

Wenn mal etwas daneben geht, lässt sich der Klebstoff vor allem auf glatten Oberflächen nach nochmaligem Erhitzen rückstandsfrei entfernen. Auf Stoffen oder Papier funktioniert das allerdings nicht. Und auch auf der Haut lässt sich der heiße Leim nicht abwischen. Hier ist kaltes Wasser das Mittel der Wahl, damit sich der Heißleim schnell verfestigt und abkühlt.

Was muss ich beim Kauf einer Heißklebepistole beachten?

Das Prinzip einer Heißklebepistole ist wie schon erwähnt universal. Damit der Leim nicht ständig tropft, überquillt oder Fäden zieht, haben Heißklebepistolen verschiedene Features, die das Gerät für die eine oder andere Art der Verwendung prädestinieren.

  • Düse: Sie entscheidet über die Dosierfähigkeit der Heißklebepistole. Kleine Düsen eigenen sich für präzises Arbeiten, breite für den großflächigen Auftrag. Manche Hersteller bieten Wechseldüsen an, einige Pistolen sind sogar sprayfähig.
  • Aufheiz-Zeit: Je kürzer die Zeit, desto schneller ist das Gerät einsatzbereit – beachtenswerte Zahl für Vielkleber.
  • Klebeleistung: Wie viel Klebstoff kann das Gerät pro Minute verflüssigen? Eine hohe Leistung ist bei häufigem Gebrauch wirklich zeitsparend.
  • Klebesticks: Nutzt die Pistole Universalsticks oder nur eine bestimmte Marke, auf die ich immer wieder zurückgreifen muss?
  • Temperaturregelung: Nutze ich verschiedene Kleber und Materialien, die unterschiedliche Temperaturen benötigen? Dieser Regler ist auch empfehlenswert, wenn Kinder die Pistole nutzen – so kann die Leimtemperatur vergleichsweise niedrig gehalten werden.
  • Hitzeschutz bzw. Tropfschutz: Er verhindert, dass sich der in der Pistole verbliebene Klebstoff immer weiter erhitzt und schließlich tropft, auch wenn der Abzug nicht betätigt oder per Hand Klebstoff nachgeführt wird.
  • Transportmechanismus: Ist einer vorhanden oder muss selbst mit dem Daumen gedrückt werden? Beeinträchtigt Letzteres meine Präzision?
  • Akku oder Kabel: Akkubetriebene Heißklebepistolen eignen sich auch für den Einsatz in Gebieten ohne Steckdose – im Garten zum Beispiel. Es gibt auch Geräte, die beides kombinieren.
  • Ergonomie: Liegt das Gerät gut in der Hand? Lässt sich der Abzug – insofern die Heißklebepistole einen hat – gut bedienen? Es gibt auch handliche Heißklebepistolen in Stiftform, die sehr präzise zu handhaben sind.

Alle Vorteile auf einen Blick

Eine mit Heißleim geklebte Fuge ist natürlich nicht so strapazierbar wie eine Schweißnaht. Dafür hat diese Art des Leimens viele andere Vorteile. Heißkleber ist günstig, lange haltbar, schnell erhitzt und unauffällig. Bei der Arbeit entstehen keine giftigen Dämpfe. Zusätzlicher Aufwand wie etwa das Bohren von Löchern entfällt. Die klebbare Materialvielfalt ist riesig.

Wer Bastelambitionen oder Heimwerkerleidenschaften hegt, sollte über den Kauf einer Heißklebepistole zumindest einmal nachdenken.