Schallschutz in Haus und Wohnung

Dem Schallschutz wird beim Hausbau oder während Renovierungsarbeiten häufig eher weniger Beachtung geschenkt, was sich später leider meist rächt. Sei es der Baulärm vor der Tür, hellhörige Wände, die Waschmaschine des Nachbarn oder Schritte in der oberen Etage – laute Geräusche können auf Dauer einige Nerven kosten, die Wohnqualität negativ beeinflussen und sogar den Schlaf enorm stören. Wer dem vorbeugen oder entsprechend nachrüsten will, sollte sich zunächst mit den Themen Schallschutz und Raumakustik näher auseinandersetzen.

Wände schalldicht machen

Vor dem Bau

Idealerweise sind Sie schon vor der Bauphase auf diesen Ratgeber gestoßen und können bei den Materialien noch variieren. Den besten Grundstein für Schallschutz legen schließlich lärmmindernde Baustoffe. Hierbei sind vor allem Gewicht und Dicke des Materials entscheidend: Materialien mit hoher Rohdichte lassen sich nur schwer in Schwingung bringen und gewährleisten so sehr guten Schallschutz. Gute Baustoffe wären hierbei Kalksandstein oder Beton. Wer hingegen lieber mit Holz arbeitet, kann dennoch ein schalldichtes Ergebnis erzielen. Durch mehrschalige Dämmschichten und Wände von mindestens 15-18 Zentimetern vermeiden Sie Schallbrücken und durchgehende Schwingungen.

Tipp: Styropor ist zwar eine gute Wärmedämmung, für Schallschutz allerdings weniger gut geeignet.

Schallschutz nachrüsten

Haben Sie eine Wohnung angemietet, die aufgrund dünner Wände oder unzureichender Isolierung besonders hellhörig ist, können Sie Ihre Innenwände nachisolieren. Die beste Methode wäre hierbei, die Wand aufzureißen und Schallschutzplatten (auch Lärmschutzmatten oder Schallschluckplatten genannt) einzupassen. Diese lassen sich problemlos zuschneiden und neben- sowie übereinander aufstellen. Anschließend beplanken Sie die Wand mit sog. biegeweichen Materialien wie beispielsweise Gipskartonplatten.

Wenn Ihnen die Immobilie nicht gehört, müssen solche groben Änderungen mit dem Vermieter abgesprochen werden – stellt sich dieser quer, heißt die Alternative: Schallschutzmatten aus Schaumstoff. Die Schallabsorber sind sowohl in glatter Ausführung oder auch als Noppenschaum erhältlich und können direkt auf die Wand geklebt werden. Sie verhindern die Schallübertragung und absorbieren aufkommende Schallwellen.

Tipp: Wenn Ihr Problem nicht bei dünnen Wänden, sondern bei hoher Schallentwicklung in der eigenen Wohnung liegt, können Sie dem bereits mit passendem Mobiliar entgegenwirken: Dicke Teppiche oder Vorhänge eignen sich hervorragend als Schallschlucker und zentral platzierte Polstermöbel können den Schall in Räumen hervorragend reduzieren.

Schallschutz für Decke und Bodenplatte

Wenn Sie den Bau einer schalldichten Wohnung/eines schalldichten Hauses planen, spielen Boden und Decke eine besonders wichtige Rolle. Lärm verhindern Sie hier am effektivsten, wenn sich dieser gar nicht erst ausbreiten kann: entstehende Schallwellen werden von sog. schallentkoppelten Systemen aufgefangen bzw. verhindern diese, dass sich Wellen in den Baukörpern fortsetzen. Dazu muss der Estrich schwimmend verlegt werden und abgehängte Decken dürfen keinen direkten Kontakt zu den Wänden haben. Schallschutzfolien sowie elastische Bodenbeläge wie Kork, Linoleum oder PVC begünstigen den Schallschutz zusätzlich.

Tipp: Trittschall vermeiden Sie durch das Anbringen von Dämmstreifen, die vom Boden aus an allen aufsteigenden Wänden entlang verlaufen und die Weiterleitung des Schalls in das restliche Haus unterbinden.

Genau wie bei Innenwänden können Sie zudem auch Schallschutz-Deckenplatten nachrüsten. Hierbei ist wieder das anschließende Beplanken mit Gipskartonplatten empfehlenswert.

Fenster und Türen schalldicht machen

Bei Türen existiert eine einfache Faustformel: Je dicker und schwerer die Tür, desto schalldichter ist sie. Wenn Sie gerade neu bauen, sollten Sie sich im Sinne eines guten Lärmschutzes also stets für massive Ausführungen entscheiden. Aber auch in bereits bestehenden Wohnungen und Häusern lassen sich dickere Türen meist problemlos nachrüsten. Entscheidend ist dabei vor allem die Tragkraft der montierten Zarge – evtl. muss diese samt Tür getauscht werden.

Besitzen Sie bereits eine schwere Tür, kann das Problem auch bei den Luftschlitzen liegen. Große Spalte bedeuten, dass an diesen Stellen der Geräuschpegel ungehindert entweichen kann. In erster Instanz können Sie versuchen, die Tür etwas nachzujustieren und sie näher an die Zarge heranziehen. Bringt das keine Besserung, können Tür- und Bodenabschlussdichtungen Abhilfe schaffen.

Dünne Fenster müssen ausgetauscht werden

Bei zu dünnen Fenstern bleibt nur der Tausch gegen modernere Ausführungen. Hier kommt es auf eine mehrschichtige Rahmenkonstruktion und die Art der Verglasung an. Gute Ergebnisse erzielen Sie mit mindestens dreifach verglasten Fenstern.

Rollladenkasten nicht vergessen! Die besten Schallschutzfenster nützen Ihnen nichts, wenn der Rollladen nicht ebenfalls sauber gedämmt und lückenlos verfugt/ausgeschäumt wurde.

Schallbrücken vermeiden

Bei jeglichen Schallschutzarbeiten müssen Sie auf eine absolut saubere Ausführung achten. Sog. Schallbrücken, die häufig auf Nachlässigkeit zurückzuführen sind, können die harte Arbeit schließlich schnell zunichtemachen. Als Schallbrücken werden Baureste oder -Teile bezeichnet, die eigentlich voneinander abgetrennte Bauelemente miteinander verbinden. Das können beispielsweise ein Klumpen Mörtel im Hohlraum zwischen zwei Wänden oder eine falsch platzierte Schraube sein. Diese ungewollten Verbindungen übertragen den Schall und leiten so Geräusche trotz Schallschutzplatten weiter.

Optimale Raumakustik für Tonstudios oder Hobbymusiker

Da die Raumakustik in der Musikbranche eine übergeordnete Rolle spielt, sind hier die meisten Schallschutz-Lösungen erhältlich. Von Akustikschaum über Schallabsorber bis hin zu ganzen Schallschutzkabinen hat der Markt mittlerweile einiges zu bieten. Anbieter wie Basotect oder Soniflex versprechen hochwertigen Schallschutz für eine ideale Raumakustik im privaten oder gewerblichen Bereich.

Die verschiedenen Akustikplatten bestehen in der Regel aus Schaumstoffmischungen und lassen sich auch von Laien im Handumdrehen verarbeiten: Der Zuschnitt ist bereits mit einem Cuttermesser möglich und für die Montage wird lediglich ein geeigneter Klebstoff benötigt. In puncto Aufbau unterscheiden sich die Schallschutzplatten anhand ihrer Oberflächenbeschaffenheit in glatte Platten und jene mit Noppenschaumstoff (auch Pyramidenschaumstoff genannt). Während die gerade Oberfläche wohnlicher anmutet, bilden die Noppenplatten eine größere Aufnahmefläche für Schallwellen und gelten daher als noch effektiver.

So funktionieren Schallabsorber

Wenn eine Schallwelle auf einen Akustik-Absorber trifft, wird diese nicht reflektiert, sondern teilweise bzw. vollständig absorbiert. Die in Schwingbewegungen versetzte Luft strömt dabei in den Kanälen und offenen Poren der speziellen Platten hin und her. Die entstehende Reibung erzeugt Wärmeenergie, die wiederum der eingehenden Schallenergie entzogen wird. Somit wird die Schallenergie physikalisch also nach und nach in Wärmeenergie umgewandelt, bzw. Lärm aufgefangen und als Wärme wieder abgegeben.